Vereinschronik

1914 bis 1945 „Die ersten Jahre”

Die Geschichte des VTV begann eigentlich schon im September 1910 als rund 20 Verberger Bürger den Ruf des Turnvaters Jahn folgten und im benachbarten Bockumer Turnverein sportlich aktiv wurden. Dem Beispiel anderer in dieser Zeit folgend, gründeten die Verberger bald darauf mit Sinn für „geschichtliches“ am 01.01.1914 den Verberger Turnverein und wählten Johann Büttgen zum 1. Vorsitzenden.
Im Verlauf des 1. Weltkrieges mussten im Laufe des Jahres 1915 die Aktivitäten jedoch eingestellt werden. Jedoch schon am 27.04.1919 wurden gemäß dem noch vorhandenen Protokollbuch der ersten Jahre die Aktivitäten wieder aufgenommen. Wie der Chronist seiner Zeit mitteilte, wurde die Sitzung mit dem Gedenken an die 9 gefallene Mitglieder begonnen.
1922 erhielt der VTV seine Vereinsfahne, die mit der damals üblichen Fahnenweihe eingeführt wurde. Diese Fahne wurde zwischenzeitlich restauriert und wird heute noch zu festlichen Anlässen genutzt.
Im Jahre 1927 konnte Josef Leigraf den Titel als Rheinischer Meister über 10.000 m erringen. Ein Jahr später belegte er den 3. Platz bei der Deutschen Waldlaufmeisterschaft.
In der Zeit von 1919 bis 1939 lagen die sportlichen Aktivitäten im Bereich der Feldhandball, Leichtathletik und Turnen. Nebenher existierte auch eine Volkstanzgruppe. Die VTV Handball-Mannschaft spielte in der Gauklasse (die damals höchste Klasse) und belegte zeitweilig den 2. Platz hinter dem TV Oppum.
Über die „braune Zeit“ wissen wir heute kaum etwas, da alle Dokumente dieser Zeit vernichtet wurden.

1945 bis 1955 „ Wiederbeginn nach dem Krieg“

Im November 1945 wurde unter Johann Theuvs der VTV wieder ins Leben gerufen. 1946 genehmigte nach langem Zögern die damalige britische Besatzung die Wiederaufnahme des Sportbetriebes mit der Auflage, dass die Übungsteilnehmer der Besatzung gemeldet wurden. In Ermangelung von Turnhallen dienten die damals großen Säle der Verberger Wirtschaften als Übungsstätte.
Die Not machte 1946 auch vor Verberg nicht halt. Um dennoch eine kleine Weihnachtsfeier auf die Beine stellen zu können, wurden bei den Verberger Bürgern und Vereinsmitglieder Lebensmittel gesammelt.
1947 wurde Wolfgang Schürmanns 1. Vorsitzender und der Verein feierte sein 33-jähriges Bestehen.
Im heutigen Verberger Hof (Moerser Landstr.) fand in einem damals noch vorhandenen großen Festsaal 1950 ein erster großer Gerätewettkampf mit rd. 700 Zuschauern statt.
1953 erhielt die Vorführung der Volkstanzgruppe des VTV die höchst­ mögliche Punktzahl beim Deutschen Turnfest in Hamburg.
In den ersten Jahren nach dem Krieg stand neben dem Sport insbesondere die Geselligkeit in Form von gemeinsamen Fahrten und Veranstaltungen im Vordergrund. Das 40-jährige Bestehen feierte man mit einem 4-tägigen Jubelfest und einem großen Umzug durch Verberg.

1955 bis 1985 „Vom Dorfverein zum Großverein“

Im Jahre 1955 wurde Badminton als neue Sportart eingeführt. 1956 wird Ulrich Schäfers 2. Sieger im Nachwuchs Turnier des Landesverband Nordrhein Westfahlen. Ein Jahr später traten Annette Schäfers und Ulrich Schäfers als Mitglieder der Jugend-National-Mannschaft gegen Belgien an. Annette Schäfers errang 1962 den Titel als Deutscher Jugendmeister im Mädchen-Doppel mit einer Partnerin aus Wanne Eickel­. Karl-Heinz Frank führte 1971 zeitweise die Deutschen Jugendrangliste im Einzel an.
1956 überraschte Reiner Leigraf als Sieger beim Bundesalterstreffen des Deutschen Turnerbundes im Gerätefünfkampf.
5 Jahre später (1961) errang Willi Hermanns den 1. Platz bei den Rheinischen Turnermeisterschaften im Leichtathletischen Dreikampf. Auf der darauf folgenden Deutschen Meisterschaften belegte er den 9.Platz.
1961 wurde das Prellballspiel eingeführt. Im Jahre 1964 feierte man einen großen Erfolg als Stadtmeister in Krefeld.
Anlässlich des 50-jährigen Bestehens erschien 1964 die erste Auflage unserer Vereinszeitschrift „Mach Mit“.
Anfang der 60-ziger verliert der VTV viele Mitglieder, da die Säle der Verberger Gaststätten, die bis dahin auch als Übungstätte dienten, abgerissen wurden. Als dann neue Hallen entstanden, lagen diese in anderen Stadtbezirken Krefelds. Damit ging dem VTV für eine lange Zeit ein direkter Bezug zu den Verberger Bürgern verloren.
Mitte der sechziger Jahre mit der Entwicklung der Vororte Elfrath und Gartenstadt entwickelt der Verein über Verbergs Grenzen hinaus seine Aktivitäten. Insbesondere mit dem Zulauf weiblicher Mitglieder wächst der VTV wieder. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wird 1965 die Frauenabteilung gegründet. 1972 sind erstmals mehr Frauen als Männer im VTV.
Die bis heute als „Herbstwanderung“ bekannte einwöchige Tour auf Schusters Rappen wurde zum ersten Male Pfingsten 1966 im Sauerland durchgeführt.
1970 führten die Verantwortlichen mit dem Volleyball eine weitere Ballsportart im VTV ein. 1978 konnte die männliche-A-Jugend zunächst Niederrheinmeister des Deutschen Turnerbundes und im Jahr darauf Vizemeister des Deutschen Turnerbundes werden.
Das 1972 ins Leben gerufene Pfingstzeltlager führte nach Schevenhütte in der Eifel wird bis heute an anderen Orten fortgesetzt.
Im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklungen und dem steigenden sozialen Bewusstsein entstand 1975 die Gruppe „Sport für Behinderte“, in der geistig behinderten Kindern Möglichkeiten der Bewegung und des Kontakts zur Außenwelt geboten wurde und bis heute auch wird.
Im Jahre 1980 konnte der erste Austausch mit Volleyballern der Krefelder Partnerstadt Leicester durchgeführt werden. Bis zur Jahrtausendwende fuhren VTV-ler regelmäßig im Mai für ein Wochenende nach England und beherbergten im September Gäste aus der Partnerstadt.
Mit der Fertigstellung der Förderschule mit einer Sporthalle am Luiter Weg erhielt der VTV endlich die lang ersehnte Sporthalle im Verberger Dorfgebiet.
Das 70-jährige Bestehen des VTV feierten die Mitglieder 1984 mit einem großen Hallensportfest.

Mit fast 1.200 Mitgliedern hat sich der Vorortsverein im Laufe der Zeit zum einem der Krefelder Großvereine gemausert.

1985 bis 2006 „Der Verein im Wandel der Zeit“

1986 löste sich die Prellballabteilung wegen fehlendem Interesse auf. Andere Sportarten sind nunmehr populär.
1987 endete nach 40 Jahren eine große Ära als Wolfgang Schürmanns den Vorsitz an Gerd Peukes abgab. Geehrt durch die Stadt Krefeld wurde Wolfgang Schürmanns darauf hin zum Ehrenvorsitzenden des VTV ernannt.
1993 übernahm Edmund Classen den Vorsitz von Gerd Peukes, der 6 Jahre lang die Geschicke des Vereines leitete. Durch Einführung von Kursangeboten sollte den Entwicklungen in den Sportangeboten und dem einsetzenden Mitgliederschwund Rechnung getragen werden, was auch gelang. Seit nunmehr vielen Jahren liegen die Mitgliederzahlen bei rd. 980 Sportlern.
1995 gelang den Verberger Volleyballherren zum ersten Mal der Sprung in die Verbandsliga. Die Frauen toppten diese Leistung 1999 mit einer Oberligasaison.
Das aufkommende Beachvollyball wurde auch im VTV populär. 1997 konnten Angela Grimm und Silke Leigraf zwischenzeitlich als erfolgreichste Spielerinnen des Vereines bis auf den 4. Rang der Westdeutschen Rangliste vordringen.
Seit dem 19.10.2001 ist der Verein unter http:\\www.verbergertv.de auch im Internet präsent.
Nachdem die erfolgreichsten Jahre der Erwachsenen in der Badmintonabteilung vorbei waren, erreichten die Schüler 2002 den 4. Platz bei den deutschen Schülermeisterschaften. In den darauf folgenden Jahren machte Laura Ufermann mit den Titeln „Deutsche Meisterin Junioren Mixed 2003“, „Deutsche Meisterin Junioren Doppel 2004“ und als „Deutsche Stundentenmeisterin Mixed und Doppel 2006“ von sich reden.
Das 90-jährige Bestehen wurde 2004 mit einer Bilderreise durch die Zeit gefeiert. Im gleichen Jahr bauten die Volleyballer des Vereins ihren ersten Wagen für die Teilnahme am Verberger Karnevalsumzug.
Nach 12 Jahren reichte im Jahr 2005 Edmund Classen das Amt des Vorsitzenden an Gregor Leigraf weiter.
Die Volleyballer feierten 2006 mit 9 Jugend und 5 Erwachsenenmannschaften die höchste bisher gemeldete Mannschaftszahl in der Vereinsgeschichte. Vor diesem Hintergrund und den dabei erreichten Spielklassen ist der Verberger TV der erfolgreichste Volleyballverein in Krefeld.
In der Volleyballsaison 2006/2007 wiederholte die 1. Damenmannschaft nach 1999 den Aufstieg in die Oberliga.
Im Oktober 2007 erhalten 5 Vereinsmitglieder die goldene Ehrennadel für mehr als 50 Jahre Mitgliedschaft im VTV.
Im gleichen Jahr erhalten Marion Flies die Verdienstnadel und Günter Pass die Silbermedaille des Stadtsportbundes Krefeld für ihr Engagement um den Sport.
Dem Ehrenvorsitzenden Wolfgang Schürmanns wird aus gleichem Grund im Dezember 2007 durch den Oberbürgermeister der Stadt Krefeld Gregor Kathstede die Bundesverdienstmedaille am Band verliehen.